Goldkauf – Pro und Kontra

Ist der Kauf von Edelmetallen (insbesondere Gold und Silber) in Form von Anlagemünzen oder Barren sinnvoll?

Das gewichtigste Argument der Goldbefürworter lautet wie folgt:

Gold hat seit tausenden von Jahren zuverlässig eine Geldfunktion erfüllt; es ist eine Währung, die weltweit akzeptiert wurde und nach wie vor wird. Wenn alles andere, was heute Geldwert verkörpert (u.a. Bargeld, Wertpapiere) wieder einmal untergehen sollte, wird Gold (s)einen Wert behalten und seine nach wie vor besondere Bedeutung entfalten. Im Gegensatz zu Immobilien ist es zudem mobil.

Soweit die Pro-Seite.

Die Goldgegner argumentieren so:

Gold ist weitgehend nutzlos, als Geldersatz verliert Gold immer mehr an Bedeutung. Es trägt keine Zinsen und statt eines Klumpen Edelmetalls werden zukünftig eher Bits und Bytes als neue Währungen dienen, die das heutige ‘Papiergeld‘ früher oder später ersetzen werden.

Soweit die beiden Positionen. Wer auf lange Sicht Recht behält, steht in den Sternen. Wir halten allerdings die Wahrscheinlichkeit, daß Gold (bzw. Edelmetalle generell) auch zukünftig einen substantiellen Wertspeicher darstellen wird/werden für so hoch, daß wir empfehlen, für einen Teil der frei verfügbaren Liquidität (sukzessive) physische Edelmetalle zu kaufen – nicht, um kurzfristige Gewinne zu erzielen (das kann passieren oder auch nicht), sondern als zeitlose Anlageform ‘für alle Fälle‘, als eine Art Versicherung für mögliche Wertverluste, die mit einer Transformation des heutigen Geldsystems, oder gar dessen Untergangs, einhergehen.

Um Ihnen zukünftig bei der Einrichtung oder Aufstockung eines ‘Edelmetallvorrats‘ noch besser behilflich sein zu können, haben wir uns entschlossen, mit der Firma Geiger Edelmetalle, einem renommierten mittelständischen Edelmetallhändler und -produzenten, zu kooperieren. Dies gilt sowohl für die Umsetzung von Einmalkäufen von Barren und Münzen (ab 3.000,- €) wie auch bei der Einrichtung eines Goldsparplans. Beim Goldsparplan können monatlich (ab 20,- €) Gelder zum Erwerb von Goldunzen angespart werden; Zuzahlungen sind jederzeit möglich. Sobald eine Unze erreicht ist, kann diese auch physisch ausgeliefert werden.

Kontaktieren Sie uns, wenn Sie weitergehendes Interesse oder Fragen haben. Wir helfen Ihnen gerne weiter.

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Unser strategischer Sparplan GESUNDHEITSVORSORGE

Eine immer teurer werdende Gesundheitsvorsorge verstärkt die Notwendigkeit, bereits beizeiten zusätzlich und gezielt Rücklagen bilden zu müssen, um zukünftigen Leistungskürzungen eines immer mehr aus dem Ruder geratenen Gesundheitssystems erfolgreich entgegenzuwirken.

Der Sparplan ‚Gesundheitsvorsorge‘ investiert daher genau in diejenigen Branchen und Unternehmen, die aufgrund ihrer Tätigkeit in der medizinischen Versorgung, Pharmazie, Gesunderhaltung („healthcare“), Biotechnologie und Ernährung an diesem Trend überdurchschnittlich partizipieren. Der Sparbetrag wird in die besten Fondsmanager aus diesen Bereichen investiert.

Der Vermögensverwaltungsansatz ist darauf konzentriert, mindestens drei bis maximal fünf Spezialfonds in diesem Bereich in einem Depot durch jeweils gleiche Sparbeträge dauerhaft zu erwerben. Das Management hat die Aufgabe, die besten Fonds für dieses Segment zu finden und während der Spardauer zielorientiert zu überwachen, gegebenenfalls konsequent auszutauschen.
Da es sich generell um reine Aktienfonds handelt, ist im Sparverlauf und während der Spardauer mit (z.T. erheblichen) Schwankungen einzelner Anlagefonds zu rechnen. Wenngleich sich aufgrund der monatlich ratierlichen Käufe diese Schwankungen aufgrund des sog. „Cost-Average-Effektes“ positiv auswirken sollten und überdies der Sparbetrag in mehrere unterschiedliche Fonds investiert wird, so sollte für diese Sparbeträge die gleiche Bereitschaft und Disziplin zur langfristigen Anlagedauer mitgebracht werden, wie bei Altersvorsorgemaßnahmen generell notwendig. Mit Erreichen des Ruhestands kann der in der Zwischenzeit erfolgreich aufgebaute Betrag in konservativere Anlagen umgeschichtet werden. Bis dahin jedoch partizipieren die Sparbeträge wie auch das aufgebaute Vermögen an den zu erwartenden hohen Wertentwicklungschancen der Branche.

Dieser strategische Sparplan ist bereits monatlich ab € 150 besparbar. Weitere Informationen finden Sie unter Strategische Sparpläne ».

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Gönnt den Reichen ihren Reichtum

– Sie sind die Wurzeln des Wohlstands –

Marx und Engels erklärten in ideologischer Verblendung Reiche und Vermögende zum
Klassenfeind; eingefleischte Sozialisten fordern gebetsmühlenartig die Vermögensteuer
ein, und selbst die Moralkeule wird dann herausgeholt, wenn Bund, Ländern und
Gemeinden finanziell die Luft ausgeht. Reichtum und Vermögende sind vielen ein Greuel,
sie werden gefemt und angeprangert – zumindest von Menschen, die entweder von tiefem
Neid, wählerheischendem Populismus, einem ideologisierten Tunnelblick geplagt oder bar
jeden Verständnisses für wirtschaftliche Zusammenhänge sind.

Fürstin G. von T. zählt zur scheuen Kaste der Milliardärinnen. Selbst einem alten Adelsgeschlecht
entsprungen, hat sie sich nach guter Väter Sitte mit einem anderen Adelssproß zwecks Heirat
zusammengetan und verwaltet seither ihren immensen Reichtum.
Markus M. erbte gut eine halbe Milliarde. Sein Studium der Jurisprudenz brach er nach dem
tödlichen Flugzeugabsturz seines Vaters ab, um sich seitdem der Führung des bereits von seinem
Großvater gegründeten Unternehmens zu widmen. In seiner Familien-AG arbeiten rund 2.500
Angestellte in acht Ländern auf drei Kontinenten. Sie verehren ihren Chef, der nicht müde wird, zu
betonen, daß sein Unternehmen nie an die Börse gehen werde, weil es damit seine
Unabhängigkeit verlöre.
Gerhard B. machte das Beste aus einer Körperlänge von 2,09 Metern. Er wurde Baskettballer in
einer nordamerikanischen NBA und kassierte in 15 Jahren rund 60 Millionen US-Dollar – rund
50 mal so viel wie ein durchschnittlicher Arbeitnehmer in seinem Leben verdient.
Boris K., vormals im oberen Management eines russischen Betriebs, packte im Zuge von Glasnost
und Perestroika nach der Entmachtung von Michail Gorbatschow durch Boris Jelzin die Chance
seines Lebens beim Schopf; er beteiligte sich am Komplott zur Wiederwahl von Boris Jelzin und
sicherte sich 65% der Anteile des Unternehmens, in dem er zuvor gearbeitet hatte. Da ihm der
Kaufpreis dafür vom russischen Staat gestundet wurde, schaffte er es binnen 10 Jahren zum
15-fachen Milliardär. Natürlich investierte er das Geld nicht in Rußland, also da, wo es segensreich
hätte wirken können, vielmehr führte er sein Unternehmen an die Londoner Börse, was ihm das
35.000-fache des früheren „Kaufpreises“ einbrachte, und seither verfolgt er jährlich mit
wachsender Begeisterung seinen Aufstieg in der alljährlichen Forbes-Liste der reichsten Männer
der Welt. Er ist in London und New York ebenso engagiert, wie in Berlin, Brasilien und –
neuerdings – in Shanghai, Wuan und Peking.
Seine Freizeit verbringt er in Chamonix oder auf seiner Yacht in Cannes oder Monaco.

So gierig wir nicht nur die neuesten Nachrichten über Promis, Superstars aus Sport und
Showbusiness, gekrönte Sippen und ungekrönte Finanzmagnaten aus den einschlägigen Medien
aufsaugen, so einig sind sich die meisten darin, daß es just diese Superreichen sind, die daran
Schuld tragen, daß es den meisten Menschen auf diesem Planeten allenfalls mittelmäßig gut geht,
rund 1,5 Milliarden Menschen ständig von Hunger und Armut bedroht sind und generell der
finanzielle Reichtum höchst ungerecht verteilt ist. Neid auf die einen und völlig widersprüchliche
Bewunderung für die Multimillionäre im Sport-und Showbusiness beschäftigen die Menschen
tagtäglich, und während sich Politiker gerne mit Sport-und Showgrößen zeigen, stimmen sie in
den Haßkanon auf diejenigen ein, die als reich und vermögend gelten.

Bei Licht betrachtet, sind es aber gerade diejenigen, die über Millionen und Milliarden an eigenem
Vermögen verfügen, die sowohl die Realwirtschaft als auch jeden Fortschritt finanzieren. Sie
investieren in Technologie und Forschung, gründen Firmen und schaffen Arbeitsplätze.
Und selbst wenn sie, die finanziellen Lichtgestalten dieser Welt, weder das Wirtschaftswachstum
durch eigene Firmen und Unternehmungen, noch Wissenschaft und Forschung unterstützen, keine
privaten Wohlfahrtsorganisationen gründen oder beträchtliche Spenden leisten, wie dies die Bill
Gates, Warren Buffetts und George Soros dieser Welt regelmäßig tun, so leisten sie einen
erheblichen Beitrag für die Wirtschaft, ein steigendes Bruttosozialprodukt und einen kontinuierlich
wachsenden Wohlstand, indem sie investieren und konsumieren.

Sie unterhalten ganze Heere von Angestellten – Friseure und Masseure, Krankenschwestern und
Hersteller von Luxusartikeln, sie beschäftigen Ärzte und Hoteliers, Juweliere und Notare,
Rechtsanwälte und Banken. Ihre Yachten und Privatflugzeuge sichern Umsatz, Absatz und
Arbeitsplätze in praktisch allen Industriezweigen. Selbst Banken, auf denen ihre Millionen und
Milliarden lagern, ermöglichen sie in erheblichem Maße, Kredite für Dritte zur Verfügung zu stellen,
die wiederum Firmen und Arbeitsplätze ermöglichen, Bankangestellten ein überdurchschnittliches
Einkommen sichern und – last not least – Staatspapiere erwerben, um mit deren Hilfe die
Infrastruktur ständig zu verbessern und diejenigen Sozialleistungen zu gewähren, von denen
immer mehr Menschen abhängig sind. Weltweit zahlen die reichsten 10 Prozent etwa 60% aller
Steuern, in Deutschland sogar rund 75%.

Nun, so mögen Sie einwenden, das mag ja sein, aber gerecht ist dies doch nicht!
Na ja, wie gerecht ist es denn, daß Sie, als LeserIn dieses Artikels in einem Land geboren wurden,
in dem eine acht-bis zwölfjährige Schulpflicht besteht, wodurch Sie überhaupt erst lesen und
schreiben lernen konnten? Wie gerecht ist es, daß Sie nicht in einem vom Bürgerkrieg seit
Jahrzehnten geschundenen Land geboren wurden, gesund sind und relativ frei Ihre Meinung
äußern können? Schon der Gebrauch des Begriffs ‚Gerechtigkeit’ ist, vorsichtig ausgedrückt, nicht
sehr sinnstiftend; nirgends steht geschrieben, daß das Leben en générale gerecht sei.

Eines haben die Reichen dieser Welt den Politikern voraus: Sie investieren eigenes Geld, auf
eigenes Risiko und sicherlich wesentlich intelligenter, als dies auf Wählerstimmen schielende
Politiker tun.
Die Reichen investieren ihr Geld, wohingegen Politiker, aber auch die Manager großer
Unternehmen, deren Anteilsinhaber zu allermeist anonym sind, fremdes Geld ausgeben, mit dem
sie vielleicht kurzfristig ihre persönlichen Ziele erreichen, der nachhaltige Effekt fällt jedoch nur
allzu oft geradezu katastrophal aus.
Ich persönlich vertraue mein Geld lieber einem familiengeführten Unternehmen an, als es dem
Staat in den Rachen zu werfen; keine Partei kann mit Geld umgehen – aus mehreren Gründen:
Zum einen verwalten sie das Geld ja nicht unter Effizienz-Gesichtspunkten im Sinne einer
nachhaltigen Rendite2, zum anderen ist es für sie Mittel zum Zweck, d.h. sie wollen sich damit
Wähler und, wenn möglich, eine Verlängerung ihrer Amtszeit und damit Prestige und steigende
Pensionen erkaufen.

Wie man es dreht und wendet: Die Reichen und Wohlhabenden – prinzipiell egal, aus welcher
Quelle (Erbschaft, eigener Verdienst, Lotteriegewinn) ihr Vermögen herrührt – sind die stärksten
Motoren unserer Wirtschaft, die nachhaltigsten Förderer von Technologie und Wissenschaft,
Arbeitsplätzen und Einkommen, steigenden Lebensstandards und wachsendem Wohlstand.

Die Frage ist nur: Wo investieren die Reichen?
Nun, das hängt von verschiedenen Bedingungen ab. Neben den persönlichen Motiven

– Wohlstand und gelebter Luxus – spielen die Branchen und deren Zukunftsaussichten,
Rechtssicherheit und Umfang der Bürokratie, die politische Grundhaltung im jeweiligen Land sowie
die steuerlichen Verhältniss eine entscheidende Rolle bei der Frage, wo Reiche wohnen und ihre
Gelder anlegen. Ehemals so wichtige Aspekte wie Bildungsniveau, schnelle Transportwege
(Logistik), Fleiß der Bevölkerung und Qualität der Absatzmärkte verlieren im Rahmen der
Globalisierung immer mehr an Bedeutung. Nach der bereits seit 4.000 Jahren beständig
steigenden Globalisierung des Handels (per Schiff und in jüngster Zeit per Flugzeug) und der
Globalisierung der Finanzmärkte (seit etwa 1.200 Jahren – denken Sie daran, wer Hunderte von
Kriegen und Bürgerkriegen sowie die Krönung von Königen, Kaisern und Päpsten finanziert hat)
hat die Globalisierung nunmehr auch die Bereiche Logistik und Bildung, Telekommunikation und
Information sowie den gesamten Bereich der Materialbeschaffung (incl. Ausbeutung der Rohstoffe)
erreicht.

Das erklärt, daß sich auch die Produktion (inkl. der dahinterstehenden Patentrechte) in immer
höherem Maße über den gesamten Globus verteilt und – je nach Fertigungstiefe – die jeweils
günstigsten Standorte sucht. Dies aber führt nun dazu, daß ehedem hochproduktive Länder mit
hohen Lohnniveaus empfindliche Einbrüche – Verlagerung von Arbeitsplätzen, Wegbrechen
kompletter Produktionsketten, etc. – erleben. Daran ändern auch noch so weltfremde Forderungen
der Gewerkschaften und vollmundige Versprechungen der Politiker sowie das Geschrei der grünen
und roten Salonsozialisten nicht das Mindeste. Einmal mehr: Innerhalb der nächsten paar Jahre
werden in den Hochlohnländern – cum grano salis sämtliche europäischen Industrieländer sowie
die beiden nordamerikanischen Staaten und Japan – 90% ihrer bisherigen Produktions-
Arbeitsplätze verlieren. Kommt hierzu auch noch eine überladene Bürokratie, ein kompliziertes
Steuer-und Behördenwesen, exaltierte Vorstellungen i.p. Natur-und Umweltschutz und sonstige
Erschwernisse für einen freien Markt hinzu, suchen sich die Inhaber großer Vermögen
selbstverständlich reizvollere Gefilde.
Die in den einzelnen Ländern herrschenden Produktions-und Handelshemmnisse jedoch
mangelnder Ethik der Vermögensbesitzer zuzuschreiben, ist entweder grenzenlos naiv oder
vorsätzlich bösartig; nicht die klug und vernünftig investierenden Vermögensbesitzer sind dann am
Wegbrechen von Arbeitsplätzen und Pleiten von Firmen schuld, sondern die den realen
Verhältnissen jeweils um Jahrzehnte hinterher hinkenden politischen Systeme, die regelmäßig von
denen auf Gedeih und Verderb verteidigt werden, die davon in der Vergangenheit am meisten
profitiert haben, womit wir wiederum bei Politikern, Parteien, Gewerkschaftern, sakralen und
säkularen Ideologen und deren jeweiligen Suborganisationen wären.

Natürlich entspricht es jahrzehntelang entwickelter ‚political correctness’, auf die Minderheit derer
einzuprügeln, die wirklich reich sind – wobei man erstaunlicherweise Steuerflüchtlinge wie
Rennfahrer, Tennisasse und Showstars in der öffentlichen Wahrnehmung ausschließt (!) –, statt
diejenigen kritisch zu hinterfragen, die an verfilzten Steuersystemen, einer aus allen Nähten
platzenden Bürokratie und völlig aus dem Ruder gelaufenen Rundumversorgungs-Staatlichkeit
meinen, festhalten zu müssen.

Fazit: So neidvoll die meisten Zeitgenossen auf diejenigen schielen, die mehr oder viel mehr
besitzen als sie selbst, so unsinnig ist es, reflexartig zu versuchen, diese Zustände zu einem
generalisierenden Feindbild zu verklären.
Wir sollten uns – wenn wir uns nicht selbst der Mühe unterziehen wollen, wohlhabend oder sogar
reich zu werden (was wäre daran falsch?) – intelligent und nachhaltig darum bemühen, unsere
Politiker dazu zu bewegen, steuer-, finanz-, bildungs-und sozialpolitische Verhältnisse zu schaffen
bzw. zuzulassen, die es für Reiche verlockend erscheinen lassen, ihr Geld hierzulande anzulegen.
Dazu wären das bereits vor 34 Jahren erarbeitete ‚Alternative Steuer-, Finanz-und
Sozialkonzept’ (www.d-perspektive.de/konzepte/steuern-wirtschaft-und-soziales.html) sowie das
vor 28 Jahren erarbeitete ‚Alternative Bildungskonzept’ hervorragend geeignet (http://www.dperspektive.
de/konzepte/bildung.html). Schauen Sie doch einfach mal rein!

Ein Artikel kann immer nur eine beschränkte Anzahl von Gedankensplittern beinhalten. Er kann
und soll – kürzer und prägnanter als ein Buch – eine Essenz individueller Auseinandersetzung
sein. Was dies bei Ihnen an Gedanken und Ideen, Widerspruch und Kritik und möglichem
Interesse auszulösen vermag, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich wäre jedoch interessiert daran
und neugierig darauf, zu erfahren, wie Sie zu diesen Gedanken stehen.

H.-W. Graf

Sozialismus hat nichts mit ‚Sozialität’ zu tun; bei Licht betrachtet entspricht Sozialismus
ökonomischer und gesellschaftlicher Massentierhaltung, eine teuflich-geniale Methode, die
Menschen zu verunfreien, zu systematisieren, lebens-und wettbewerbsunfähig unter
Kuratel zu zwingen und zu entmündigen.

J.-L. Earl

pflanze

Schöne neue Zinswelt

In der Schweiz überlegen einige Pensionskassen, die Guthaben ihrer Mitglieder, anstatt auf dem Konto in einem externen Tresor(!) zu lagern, um den Negativzinsen auf Bankeinlagen zu entgehen. Obwohl es hierzulande noch nicht ganz so weit ist, halten wir es für sinnvoll, sich mit den vielfältigen Auswirkungen und Entwicklungen dauerhaft niedriger oder gar Minus-Zinsen beizeiten ‘anzufreunden‘.

„Sie können jederzeit auschecken, aber Sie können uns niemals verlassen“, lautet die letzte
Textpassage im berühmten Eagles-Lied ‘Hotel California‘. Und es könnte keine bessere
Zustandsbeschreibung für das heutige Weltfinanz(un)wesen geben. Denn anstatt eine
Bereinigung von Fehlallokationen und Ungleichgewichten in der globalen Gläubiger-/Schuldnerstruktur
zuzulassen, wurde in den letzten Jahren klar, daß die sogenannten globalen Eliten
(zumindest vorläufig) nur eines im Sinn haben: Das System in seiner völligen Schieflage solange
wie irgend möglich am Leben zu erhalten, buchstäblich nach dem Motto: koste es was es wolle.

Eine völlig vermurkste Euro-Währung, deren Geburtsfehler (für jeden, der sehen wollte) klar
erkennbar war, hat sich inzwischen als besonderes ‘Highlight‘ in der Kette der (geld-)politischen
Fehlleistungen zu einem Milliarden verschlingenden „Schwarzen Loch“ entwickelt.
Zwischenzeitlich haben sich sämtliche bedeutenden Zentralbanken auf diesem Globus auf den
gleichen (abschüssigen) Weg begeben. Es wird alles getan, das Zinsniveau dauerhaft niedrig zu
halten, um hierdurch die Lasten der Vergangenheit im Griff behalten zu können und nebenbei auf
ein künstliches Wirtschaftswunder (Wachstum) zu hoffen. Der Hintergrund dieser Politik ist
vergleichsweise simpel: Zinsen sind für die Einen (Schuldner) Kosten und für die Anderen
(Gläubiger) Einnahmen. Wenn nun also Staaten, Unternehmen und Privatleute, die als Schuldner
auftreten, ihre Kosten reduzieren können und hierfür Gläubiger auf Einkünfte verzichten müssen,
dann ist klar, wo die Verlierer dieser Politik zu suchen sind. Auf der Gläubigerseite. Mit der
Devise ‘was geht mich das an‘ ist jedoch nicht nur der Inhaber eines (noch) verzinsten
Tagesgeldes oder sonstiger Bankeinlagen auf dem Holzweg; man kann nämlich schon beim
einmal-um-die-Ecke-Denken, feststellen, daß die Auswirkungen dieser Politik letztlich doch auf
den eigenen Geldbeutel durchschlagen. So trifft die Niedrigzinspolitik beispielsweise:

1. Den Versicherungskunden:

Jede Versicherung, die das Geld ihrer Kunden einsammelt und zur Begleichung jedweder
Schäden bereithält, verfügt i.d.R. über entsprechend (hohe) Rücklagen, die sich auch
entsprechend verzinsen. Fällt dieser Zins weg, wird dies die Versicherungsgesellschaft mit
höheren Prämien für ihre Kunden quittieren. Dies gilt für alle Sach-und Krankenversicherer.
Lebens-und Rentenversicherungen, die (abzüglich der Risiko-und Verwaltungskosten) das
Guthaben ihrer Versicherten bis zum Renteneintritt verzinslich anlegen, stehen vor einem
noch größeren Dilemma, da sie früher oder später nicht mehr in der Lage sind, die
garantierten Leistungen einzuhalten.

2. Alle Inhaber einer betrieblichen Altersversorgung:

Auch mit größtem Geschick wird es Pensionsfonds oder sonstigen Vehikeln der betrieblichen
Altersversorgung nicht gelingen, aus dauerhaft niedrigen Zinsen halbwegs ordentliche
Erträge zu generieren. Somit kann (früher oder später) auch hier nur durch eine Erhöhung
der Beiträge bzw. Reduktion der Leistungen für einen Ausgleich gesorgt werden.

Gleiches gilt für berufsständige Versorgungswerke (Apotheker, Anwälte, Architekten, Ärzte
etc.)

3. Bankkunden:

Bzgl. sämtlicher Sparbeträge, die bei der Bank geparkt oder angelegt werden sollen.

4. Mieter:

Unübersehbar ist, daß Menschen, die noch vor einigen Jahren den Kauf einer Immobilie als
völlig ungeeignetes Vehikel für die eigene Vermögensbildung betrachtet haben (zuviel
Aufwand, unkalkulierbare Situationen durch möglichen Mietausfall, Reparaturen usw.),
zwischenzeitlich umgeschwenkt sind und durch ihr Nachfrageverhalten die Immobilienpreise
in den Ballungszentren teilweise massiv haben ansteigen lassen. Einer der wesentlichen
Treiber hierfür ist die Tatsache, daß die Geldinhaber auf einen dem ‘Bankzins‘ überlegenen
‘Mietzins‘ spekulieren. Mit steigenden Immobilienpreisen gehen aber dummerweise zumeist
auch steigende Mieten einher. So kann sich jeder Mieter bzgl. seiner nächsten Mieterhöhung
(auch) bei einem gewissen Herrn Draghi ‘bedanken‘, der mit seiner Politik erheblichen Anteil
daran hat, daß selbst im trägen Immobilienland Deutschland Bewegung in die
Preislandschaft gekommen ist.

Allein diese vier Beispiele machen klar, daß Bank-und Versicherungskunden, Mieter und
Empfänger von Versorgungsleistungen gut daran tun, ihre Erwartungen und Hoffnungen den
Realitäten anzupassen und nicht etwa darauf zu hoffen, daß demnächst alles wieder wie früher
wird. Hierbei sollte man sich an Japan orientieren, wo seit nunmehr ca. 25 Jahren genau diese
Politik bereits gefahren wird. Die Alternative zu diesem für Geldanleger betrüblichen Zustand ist
natürlich die Orientierung hin zu Sachwerten (insbesondere Aktien, Immobilien,
Edelmetallen), wenngleich – erfahrene Anleger wissen dies – auch hier keine Selbstläufer
erwartet werden sollten. Es kann aber schon aus grundsätzlichen Erwägungen heraus kein
Fehler sein, in möglichst vielen Feldern von der Gläubiger-in eine Eigentümerfunktion zu
wechseln [was mit dem Wechsel hin zu Aktien(-Fonds), Immobilien und Edelmetallen ja de
facto passiert], da dies – auch juristisch – schon immer eine stabilere Position war, als die eines
Gläubigers.

Damit wären wir wieder beim Ausgangspunkt: Sie können jederzeit auschecken, aber Sie können
das Etablissement nicht verlassen – es sei denn, Sie wandern aus (fast 15.000 kleinere und
größere Inseln stehen zum Verkauf). Dies mag eine sehr ernüchternde Einsicht sein, es kann
jedoch an dieser Stelle versprochen werden, daß der Weg der heutigen Enttäuschung und
geringerer Erwartungen (an die Leistungserbringer), der zukünftig weitaus geistig/seelisch
schonendere sein wird, als heute noch vorhandene Erwartungen sukzessive in noch
schmerzlichere Enttäuschungen umwandeln zu müssen; mit anderen Worten: Mittelfristig sind
unter den gegebenen finanz-und wirtschaftspolitischen Umständen keine positive(re)n Aspekte
auszumachen.

Frank Amann